Becketts Fliege wird Hornisse wird mehr

Gut, ein wenig übertrieben ist es wohl. Aber die Fliegen, die heute durch die Schwüle meines Zimmers flogen, wuchsen mit jeder Stunde an. Zum Schluss klatschte gerade ein Flugviech mit doppeltem Rücken gegen die Scheibe.

Je lauter das Surren, desto realer alles vor ihm und zwischen seinen Frequenzen.

Es gibt ein Gedicht von Beckett mit dem Titel La mouche (– Die Fliege). Das Tier ist in ihm für die absolute Realität verantwortlich. Es gäbe ohne es keinen Himmel und keine Erde.

Die Fliege ist ein starkes Tier mit viel Einfluss auf die richtigen Ohren. Ich hasse sie dennoch und vermutlich auch genau deshalb.

Beckett ist beneidenswert, weil er ihr ansieht, wie egal ihr das ist – und wie viel wichtiger ihre Existenz sein mag als die aller Menschen.

Honoré de Balzac: Mercadet oder Warten auf Godeau

balzac-mercadet

Heute soll endlich wieder ein literarisches Werk Hauptthema sein – welches zugleich eines ist, das von gesellschaftlichen Verhältnissen spricht. Genauer gesagt verhandelt Honoré de Balzacs „Mercadet oder Warten auf Godeau“ zwei der vielfältigsten und auch manipulativsten aller Machtmechanismen der modernen Gesellschaft: Die Geldspekulation und das Warten. Die – und in diesem Brennpunkt verdichtet Balzac diese banal scheinenden Themen – aber in eine tiefe Tragik und umfassende Komik zugleich aufgehen. Weiterlesen „Honoré de Balzac: Mercadet oder Warten auf Godeau“