Poesi: Mein persönliches Lieblingsgedicht

Der Start von Poesi, nachdem er am Montag und Dienstag doch kurz auf der Kippe stand, lässt sich jetzt tatsächlich extrem gut an! Daher bin ich damit auch voll okkupiert und möchte gerade nur ein wenig von dem ganzen Trubel, den so eine Veröffentlichung mit sich bringt, distanzieren – und zwar mit einem meiner aktuellen Lieblingsgedichte, die ich ohne die App nicht kennengelernt hätte.

Es ist von Ernst Stadler und heißt

Winteranfang

Die Platanen sind schon entlaubt. Nebel fließen. Wenn die Sonne einmal durch den Panzer grauer Wolken sticht,
Spiegeln ihr die tausend Pfützen ein gebleichtes runzliges Gesicht.
Alle Geräusche sind schärfer. Den ganzen Tag über hört man in den Fabriken die Maschinen gehn –
So tönt durch die Ebenen der langen Stunden mein Herz und mag nicht stille stehn
Und treibt die Gedanken wie surrende Räder hin und her,
Und ist wie eine Mühle mit windgedrehten Flügeln, aber ihre Kammern sind leer:
Sie redet irre Worte in den Abend und schlägt das Kreuz. Schon schlafen die Winde ein. Bald wird es schnei’n,
Dann fällt wie Sternenregen weißer Friede aus den Wolken und wickelt alles ein.

Veröffentlicht in Lyrik

Denk ich an Poesi in der Nacht…

Nach fünf Uhr füllen sich die Autobahnen rapide mit PKW. Gerade reiste Montabaur vorbei. Poesi und ich sind auf dem Weg zur Buchmesse. 

Ich habe den Hunger und das Adrenalin der letzten Tage offenbar gesammelt und nicht verbraucht. Hellwach frage ich mich ob die letzten Wochen ein Rausch oder ein Wahnsinn oder bloß überfüllt und kurz vorm Platzen waren. 

Alle Schemen kommen einem bekannt vor. Alles scheint schon einmal da gewesen zu sein, zumindest soll das so schon mal gesagt worden sein. 

Poesi, meine seltsame Muse, ist geschminkt und zeigt sich gerade so altmodisch. 

Es hat mit ihr alles etwas Ironisches: nicht Einschlafen zu können vor Aufregung, die Entscheidung zwischen einem übertrieben mächtigen Frühstück oder einem Croissant plus schwarzem Kaffee oder dass ich mit einem Smartphone als Advokat für Brockes, Blass, Benn, Borchers und Brant auftrete. 

Hinter mir wird geschnarcht und niemand hier kennt meine Begleitung. Das beruhigt. Ich warte noch eine Stunde, um schläfrig zu werden und dann wird der Bus am Bahnhof anhalten, die Mengen zurückbringend, die uns auf die Tatsachen zurückholen: Die Schwerkraft, die Zeit, die Mödigkeit. Und die Einsamkeit der Dichtkunst. 

Arbeit an Europa

Eine Gruppe von engagierten Zeitgenossen hat sich daher zusammengetan, um an „Europa zu arbeiten“. Dreimal im Jahr treffen wir uns ein Wochenende lang an einem europäischen Ort abseits der Metropolen, um alten Begriffen neuen Sinn zu geben, junge Europäer kennenzulernen und eine aussagekräftige Gegend zu besuchen. Es geht nicht um politische Pädagogik, es gibt kein klares programmatisches Ziel. Die Begegnung und das konzentrierte Gespräch, das Bedürfnis nach einem tieferen Verstehen und die heimliche Sehnsucht danach, Europa unsere Heimat zu nennen, ist es, was uns bindet. Wir wollen neue Töne und Farben finden, um das zu beschreiben, was uns als Ideal umgibt: Wir wollen „an Europa arbeiten“.

Arbeit ist immer gut.

Nicanor Parra: „Parra Poesie“

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Ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist, Bücher mit verschiedenen Sinnen zu erfassen, je nachdem für welchen sie am besten geeignet sind. Dazu gehören reale wie imaginierte Sinne: Bücher können gefühlt werden, gesehen, geträumt – und auch gerochen werden.

Wenn sich ein Buch vor allem der Nase als eindrucksvoll zu verstehen gibt, rangiert sein Geruch in derselben Varianz wie es die Natur, etwa eine Berggegend oder ein Strand, tut: Innerhalb des ihm eigenen Wirkkreis deutet es auf diesem Wege vieles an, entscheidet sich aber nicht für eine Intensität oder gar Qualität.

Wer in etwa versteht was ich meine, dürfte auch begreifen, warum die Lyrik am ehesten eine literarische Form des Geruches werden kann: Sie ist unbeständig aber dennoch immer Ausdruck einer Einheit. In ihrer gedrängten Macht – so zumindest in ihren besten Momenten – drückt sie all das aus, was sich dem Menschen sich generell nur andeutungsweise zeigt: Liebe, Existenz, Nicht-Sein, Wahrheit.

Wenn ich nun darüber nachdenke, was die Neuübersetzung von vier Gedichten und einigen lyrischen Artefactos – poetischen Aphorismen – von Nicanor Parra, die unter dem Titel „Parra Poesie“ in der PalmArtPress erschienen sind, an Gerüchen von sich geben, so ist eine einzelne mögliche Antwort schon vielgestaltig. Weiterlesen „Nicanor Parra: „Parra Poesie““

DieAstronautin.de

Gerade bei Schulz & Böhmermann gesehen. Hier kann man für das Projekt spenden, mit dem die erste deutsche Frau ins Weltall gebracht werden soll.

Die Initiative „Astronautin“ möchte die erste deutsche Frau ins Weltall bringen. Diese Mission begeistert vor allem junge Mädchen und Frauen für die Raumfahrt, Naturwissenschaften, Mathematik und Technik – und zwar durch eine umfangreiche Bildungs- und Förderstrategie.

Ebenso zentral sind Experimente auf der Internationalen Raumstation ISS, die wichtige wissenschaftliche Daten erheben sollen. Das Projekt erwartet neue Erkenntnisse zur weiblichen Physiologie und Psychologie. Und auch in den Bereichen Physik, Geowissenschaften und Klimaforschung sind Experimente in Planung.

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