Falk Richter über das Kanzlerduell

Richter:

Ich fand tatsächlich, dass die Sendung ziemlich katastrophal war, und ich fand das falsch, dass so ein offensichtlicher AfD-Lobbyist wie Claus Strunz da so viel Zeit hat sich auszubreiten und auch tendenziöse Fragen stellt und auch Zitate verfälscht und Zahlen offen nennt, die nicht wirklich stimmen und so weiter. Das ist eigentlich so ’ne Strategie der Rechtspopulisten so zu arbeiten. Und dass das in so einer Sendung jetzt wirklich hoffähig geworden ist, das hat mich wirklich erschreckt.

Ich habe das Kanzlerduell – zu meiner Überraschung – auch gestern zur Gänze verfolgt und ähnliche Gedanken gehabt, vor allem weil die anderen drei Moderatoren mit ihren immer etwas aggressiv und stichelig vorgetragenen Fragen denen von Strunz nicht unähnlich genug waren um zu zeigen, wie rechtspopulistisch seine Zielgruppe gewesen zu sein schien.

 

Mein/DeinWal.de

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Großartige Seite, unbedingt aufrufen und mitmachen – sie gibt weitere Perspektiven auf die Bundestagswahl, indem sie etwas anderes macht als andere Online-Wahlhilfen wie der Wahl-O-Mat.

Aus über 200 real stattgefundenen Abstimmungen haben wir 42 Fragen ausgewählt und in 12 Themengebiete unterteilt: Familie, Arbeit, Gesundheit und Verbraucherschutz, Gesellschaft, Gentechnik in der Landwirtschaft, Bildung, Bundeswehr, Freihandelsabkommen, Energie I, Energie II, Finanzen und Inneres

Ich wurde nach der Befragung in meiner politischen Position durchaus bestätigt, habe aber gelernt wie kompliziert die ganzen Debattenthemen sind – und dass auch ich manchmal in Zwiespalt gerate.

Übrigens plädieren die Macher in ihrem lesenswerten FAQ auch wie dazu, weitere Wahlhilfen zu konsultieren, um mehr über sowohl vergangene als auch aktuelle politische Themen zu lernen. Sehr toll also das alles.

Mehr Briefwahl braucht das Land!

Unter dem Slogan „Sonntag hab’ ich was Besseres vor“ wirbt eine neue Kampagne für die Briefwahl – als bequemen Weg für junge Menschen, bereits jetzt bei der anstehenden Bundestagswahl aktiv zu werden:

Das hier ist unser Leben.

Es ist nicht perfekt, aber dafür ist eine Menge los. Wir stecken mitten in großen Veränderungen und Entscheidungen. Oft ist es nicht einfach, alles unter einen Hut zu bekommen.

Wir haben die Freiheit das zu tun, was wir wollen, wann wir es wollen. Natürlich denken wir auch an die Zukunft. Denn das, was jetzt unser Leben ist, ist nicht selbstverständlich. Wir wissen, dass wir wählen müssen, um mitzubestimmen. Briefwahl ist für uns die Freiheit zu wählen: eine Partei und was wir am Sonntag machen.

Und das ist sicher nicht, in unsere alte Grundschule zu gehen. Sonntag haben wir was Besseres vor.

Und auch eine Anleitung, wie das genau funktioniert mit der Briefwahl gibt es. Ein wichtiger Beitrag für eine aufgeklärte Bundestagswahl mit vielen Teilnehmern gegen Einseitigkeit, Populismus und falsche Versprechen.

Über FDP, AfD, B90G

Wolfgang Michael analysiert brillant die Entwicklungen von FDP, Grünen und AfD – und entlarvt dabei alle:

So furchtbar neu, wie sie vorgibt, ist die FDP mitnichten. Anstatt den Klimawandel als drängendes Problem zu begreifen, betrachtet sie die ökologische Modernisierung nach wie vor lediglich als verhängnisvolle „Planwirtschaft“. So lehnt sie das „Dauersubventionssystem EEG“ – die staatliche Förderung Erneuerbarer Energien – ab, ebenso die Festlegung von verbindlichen CO2-Reduktionszielen im Klimaschutz oder die Abschaffung der Stromrabatte für energieintensive Unternehmen. Die Freidemokraten wollen kein Tempolimit auf Autobahnen, keine zwangsweise Einführung von Elektroautos, keinen staatlich verordneten Ausstieg aus der Kohle und kein Frackingverbot. Sie wenden sich gegen Kapazitätsbeschränkungen für Häfen und Flughäfen, gegen weitere technische Auflagen für die Treibhausgasminderung und lehnen die Subventionierung von neuen, klimafreundlichen Technologien ab. Selbstredend widersprechen sie Verboten für Jäger und Angler, halten es für unnötig, Pestizide zu reglementieren und finden „übertriebene“ Tierwohl-Zertifizierungen in der Landwirtschaft überflüssig.

Eine Argumentationskette, die die Grünen attraktiver macht – und in dem mal wieder nichts von den Linken zu hören ist.