Emmanuel Macron, Dompteur

Seit gestern fasziniert mich weltpolitisch eigentlich nur eines: Die Art und Weise, wie Emmanuel Macron – aus dem meine Autokorrektur immer „Micron“ macht – Donald Trump erzieht und versucht, Frankreich damit imagemäßig voranzutreiben.

Marina Meister in einem tatsächlich eleganten Artikel für die WELT:

Le grand jeux nennen das die Franzosen, wenn alle Register gezogen und keine Mühe gescheut wird. Der deutsche Volksmund sagt dazu: Zuckerbrot und Peitsche, die Psychologen Double-Bind. Wie auch immer man es nennen will, es ist die große Kunst der Verführung: Trump trifft auf Jupiter.

Macron, der Jupiter, schüchtert mich mittlerweile auch ein wenig ein. Er ist logischerweise immer noch besser als Le Pen – aber, wie Meister korrekt erkennt, auch immer noch ein Mann mit einem enormen Ego, der Ziele hat, die nicht jedem gefallen. Zum Beispiel, um das wahnwitzigste zu nennen, eine europäische Armee.

Was ihn, perfide aber wahr, Trump sehr ähnlich macht:

So unterschiedlich man Macron und Trump, ja Frankreich und die Vereinigten Staaten finden mag, eines teilen sie: ein überbordendes Selbstvertrauen. Amerika und Frankreich haben nie aufgehört, sich als Großmächte der Alten Welt zu fühlen. Diese Rolle will Macron für Frankreich jetzt ins 21. Jahrhundert hinüberretten.

So weit so legitim. Nur müssen wir glaube ich alle beim Blick nach Westen aufpassen, dass dort ein ganz bestimmter, halbwegs junger Mann nicht der Hybris verfällt.

App-Tipp: Meine erste Wahl

Heute mache ich es mir ein wenig leicht, zugegeben. Aber die App Meine erste Wahl – primär eigentlich für junge Erstwähler gedacht – sollte jeder ausprobieren, der mit einer differenzierten Informationsgrundlage an die Bundestagswahl herangehen will.

Ich zitiere mich selbst:

Mit Tinder-Technik zur Wahlentscheidung, das ist das Motto des kostenlosen iPhone-Downloads.

Die App funktioniert so: Sie präsentiert in einzelnen Karten politische Positionen und Fotos von Parteivertretern – und Ihr wischt sie nach rechts oder links, um zu markieren ob Ihr einverstanden seid oder nicht (oder nach oben, falls Ihr keine Meinung dazu habt).

Dabei werden ziemlich viele kontroverse Themen zur Sprache kommen, die Euch bestimmt auch mal Kopfschmerzen bescheren dürften – wofür Politik aber nun mal leider gemacht ist.

Und nicht vergessen: Weitersagen und drüber diskutieren!

Interview: Der junge Think Tank „European Zeitgeist“

Das Projekt European Zeitgeist formiert sich derzeit in meinem Studien- und Wohnort Bonn. Es begreift sich selbst als „Thinktank, der sich ideell der Europäischen Idee verschrieben hat“. Was zunächst nach „Pulse of Europe“-Abklatsch klingt, erweist sich bereits in den ersten Beiträgen als eine deutlich kritischer ausgerichtete Unternehmung, die mit (bilingualen) Buchbesprechungen, Kommentaren und bald auch eigenen Events im Raum Köln/Bonn Komplexität nicht aus-, sondern einladen will.

ezg-header

Um ein bisschen besser zu verstehen, wohin die Reise des Projekts EZG in den nächsten Wochen und Monaten gehen soll, habe ich die Gelegenheit ergriffen undMert Evdali, Marco Schmandt, Simon Clemens und Niko Gäb einige Fragen gestellt. Weiterlesen „Interview: Der junge Think Tank „European Zeitgeist““

Bernie Sanders: Wie Demokraten in den USA wieder erfolgreicher werden

In 24 states, Democrats have almost no political influence at all.

Heute ist viel passiert, einer der Tage, wo es nicht im Ansatz möglich ist, nach langen Stunden auf der Arbeit viel in sich zu fassen und zu verarbeiten.

Daher bleibt dies der einzige Hinweis für heute. Ich denke außerdem an London, wo ein Hochhaus in Flammen aufging und viele Menschen sich an den 11. September erinnert fühlten und zeige mich besorgt um die Gesundheit des in Nordkorea inhaftiert gewesenen Otto Warmbier, in einem Staat, vor dem es mich wirklich gruselt.

Auch wenn wenig verlautbart wird, bleibt die Welt ein machtvoller Eindruck.