„Alles andere steht in meinem Roman“: Briefwechsel von Wolfgang Hildesheimer

Was könnte es als Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt dieses Blog geben, als ein Buch, für das sich kaum jemand interessiert – aber das völlig zu unrecht?

hildesheimer-briefe-1

Die alternative Kraft meiner hiesiegen Versuche setzt sich ab sofort ein bescheideneres Ziel: Aufmerksamkeit für Bücher generieren, die eine solche verdient hätten, doch nie bekommen werden. Das ist schon ziemlich viel Widerstand – und, wie ich mittlerweile verstanden habe, höchst politisch.

Weiterlesen „„Alles andere steht in meinem Roman“: Briefwechsel von Wolfgang Hildesheimer“

Nicanor Parra: „Parra Poesie“

parra-poesie-1

Ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist, Bücher mit verschiedenen Sinnen zu erfassen, je nachdem für welchen sie am besten geeignet sind. Dazu gehören reale wie imaginierte Sinne: Bücher können gefühlt werden, gesehen, geträumt – und auch gerochen werden.

Wenn sich ein Buch vor allem der Nase als eindrucksvoll zu verstehen gibt, rangiert sein Geruch in derselben Varianz wie es die Natur, etwa eine Berggegend oder ein Strand, tut: Innerhalb des ihm eigenen Wirkkreis deutet es auf diesem Wege vieles an, entscheidet sich aber nicht für eine Intensität oder gar Qualität.

Wer in etwa versteht was ich meine, dürfte auch begreifen, warum die Lyrik am ehesten eine literarische Form des Geruches werden kann: Sie ist unbeständig aber dennoch immer Ausdruck einer Einheit. In ihrer gedrängten Macht – so zumindest in ihren besten Momenten – drückt sie all das aus, was sich dem Menschen sich generell nur andeutungsweise zeigt: Liebe, Existenz, Nicht-Sein, Wahrheit.

Wenn ich nun darüber nachdenke, was die Neuübersetzung von vier Gedichten und einigen lyrischen Artefactos – poetischen Aphorismen – von Nicanor Parra, die unter dem Titel „Parra Poesie“ in der PalmArtPress erschienen sind, an Gerüchen von sich geben, so ist eine einzelne mögliche Antwort schon vielgestaltig. Weiterlesen „Nicanor Parra: „Parra Poesie““

Lautréamont über Dichtung

Ich war bis gerade so vertieft im Blättern nach Aphorismen, dass ich glatt die Mitternacht verpasst habe. Daher nun, passend zur Uhrzeit, die zwei besten des Abends, beide von Lautréamont:

Aphorismus eins:

Kein vernünftig Denkender glaubt gegen seine Vernunft.

Aphorismus zwei:

Die Poesie ist kein Unwetter und auch kein Zyklon. Sie ist ein majestätischer und fruchtbarer Strom.

Beides absolut wahr.

Ernst Jünger: „Der Waldgang“

Mein letzter wirklicher Waldgang, einer um mich abzukapseln, ist schon etwas her. Damals habe ich Kant gelesen und es war sonnig. Viel eher zu einer Lektüre von Ernst Jüngers Essay als ein nochmaliger Gang in der Wald – oder an den Strand, im aktuellen Urlaub – befähigt derzeit aber wohl eher, dass die nächste Wahl ansteht.

waldgang-1

Weiterlesen „Ernst Jünger: „Der Waldgang““

Surf-Tipp: Wortblume.de

Da anderweitige Planung mich weiter in Beschlag nimmt und ich mich zu nichts zwingen will, das ich nicht einhalten müssen muss, will ich mich auch heute auf einen Hinweis beschränken auf eine Seite, die mich in den letzten Wochen begleitet hat und auch eigentlich so viel Aufmerksamkeit verdient, dass ich mich gar nicht in etwas anderem beschränken muss, um zu versuchen, ihr eine lautere Stimme zu geben: Wortblume.deWeiterlesen „Surf-Tipp: Wortblume.de“