Hartmut Leppin: „Justinian – Das christliche Experiment“

Manche Phasen der Geschichte, die einst ernsthaft kritisch waren, brennen sich in das kollektive Gedächtnis der ganzen Welt ein. Andere werden nicht mit diesem Wert belegt oder verlieren ihre Bedeutung durch eine Umgewichtung der gesellschaftlich vorherrschenden Meinungen. Gewalttaten erscheinen so geringer schlimm und moralischer Wandel als weniger wirkungsvoll.

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Politische Geschichte in Bruchstücken #2: Die Zimmerwalder Konferenz

In der gestern besprochenen Gramsci-Biografie von Giuseppe Fiori bin ich auf ein weiteres ziemlich bedeutendes Geschichtsereignis gestoßen, das mir bis dato völlig unbekannt war: Die Zimmerwalder Konferenz.

Um erneut zu bekennen, in welchen Bereichen ich politisch völlig ungebildet bin, soll es heute in der zweiten Folge von „Politische Geschichte in Bruchstücken“ – am 80. Todestag Antonio Gramscis, an den Ingo Pohn-Lauggas hier erinnert – zum Abschluss der zweiten Etappe meines Leseprojekts über dieses historische Ereignis für die Geschichte sowohl des Kommunismus als auch der Sozialdemokratie gehen. Weiterlesen „Politische Geschichte in Bruchstücken #2: Die Zimmerwalder Konferenz“

Giuseppe Fiori: „Das Leben des Antonio Gramsci“

Mit einer weiteren Beleuchtung des Begriffs der Philosophie der Praxis habe ich gestern dargestellt, wie es möglich ist, Antonio Gramsci als Denker einer universal gültigen Theorie des Philosophierens im Leben, als dauerhaften gesellschaftlichen Akt zu begreifen.

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Es gibt wohl kaum einen passenderen Moment, um mit einer Besprechung einer Biografie dieses Mannes zu untersuchen, inwiefern auch er sein eigenes Leben unter diesen Stern gestellt hat – und zu fragen, ob er es überhaupt konnte. Nach einer Antwort auf diese drängenden Fragen suchte auch sein wohl treffendster Biograf, der italienische Rechtsanwalt, Schriftsteller und Politiker Giuseppe Fiori in seinem Buch „Das Leben des Antonio Gramsci“. Weiterlesen „Giuseppe Fiori: „Das Leben des Antonio Gramsci““

Gramsci lesen: Über Intellektualität und die Philosophie der Praxis

Nach der gestrigen Einleitung geht es jetzt also los: Mein Engagement für eine verstärkte Auseinandersetzung mit Antonio Gramsci – als Arbeit gegen Rechts.

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Volker Weiß: „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“

Nach einem vielgestaltigen Wochenende bin ich mit einer erweiterten Agenda für dieses Blog nach Hause zurückgekehrt. Ich will sie darstellen anhand eines enorm wichtigen, weil ernst und ergebnisorientiert geschriebenen Buches.

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Zeit-Räume-Ruhr

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Vor rund zwei Wochen habe ich mich in einer Buchbesprechung mit den Themen Erinnerung und Archiv befasst. Das Buch „Eine Geschichte des modernen Gelsenkirchen in 25 Objekten“ war dabei für mich ein Beispiel, wie vergessene Teile der Geschichte kaleidoskopartig auferstehen und neu lebendig werden.

Ein neues Online-Projekt will eine derartige Wiederbelebung der Geschichte nun für das ganze Ruhrgebiet ermöglichen: Zeit-Räume Ruhr.

Es geht in diesem vom Land NRW geförderten Projekt um nichts weniger als eine neue Identität des Stadt- und Bürgerkollektivs Ruhrgebiet:

Der […] wirtschaftliche und soziale Wandel des Ruhrgebiets stellt seine Bewohner vor die besondere Herausforderung, […] Veränderungen zu verarbeiten und zugleich neue Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. […] Die fortwährende kulturelle Identifikation mit der industriellen Vergangenheit unter dem Schlagwort der Industriekultur wird diese Prozesse kaum allein schultern können.

Dafür sollen Bürger auf einer Online-Karte Orte markieren, die für sie mit intensiven Erinnerungen verbunden sind. Zusammen mit einem kleinen Text sowie einem Foto, am Besten aus der Zeit, in die die Erinnerung selbst fällt, sollen so vielschichtige Erinnerungsflecken zu einem neuartigen Gesamtbild der Region aufgearbeitet werden.

Ziel des Ganzen ist neben einer wissenschaftlichen Publikation zur Bedeutung der Anekdoten und den von Nutzern bewerteten besten Orten vor allem eines: öffentlicher Dialog.

Es geht bei dem Projekt nicht einfach um stupide Erinnerungskultur à la „damals war alles besser“, sondern um eine klare politische Mission: In einer kritischen Phase, sowohl in der Welt als auch für die Neubestimmung dessen, was das Ruhrgebiet ist, gilt es, sich wirklich auf die Vergangenheit zu besinnen, um aus ihr neue politische Ideen für die Zukunft zu gewinnen. Es ist ein gutes Gefühl, dass sich die Region meiner Herkunft gerade in diesem kritischen Jahr 2017 so stark für dieses Thema einsetzt.