Die Kunst des Essays, demonstriert an Novak Djokovic

David Foster Wallace hat mir zwei Dinge beigebracht: Rauschhaftes Lesen und die Mystik des Tennisspiels. Er hat mich zu einem herzrasenden Leser und zu einem Liebhaber des Agons, des griechischen Kämpferideals, im modernen Sport gemacht.

Seit jetzt vier Jahren verfolge ich – mal mehr, mal weniger, am meisten rund um Wimbledon – die ATP und WTA World Tour. Ich habe viel dabei gelernt, so bescheuert das vielleicht auch klingen mag: über Körperästhetik, Bewegungsabläufe, physischen Stil  und die Tücken der TV-Übertragung. Ich habe Begriffe von Taktik, Beherrschung und Neurosen gewonnen – und viele Persönlichkeiten entdeckt.

Aber es gibt einen Spieler, den ich nie scharfstellen konnte: Novak Djokovic. Weiterlesen „Die Kunst des Essays, demonstriert an Novak Djokovic“

Emmanuel Macron, Dompteur

Seit gestern fasziniert mich weltpolitisch eigentlich nur eines: Die Art und Weise, wie Emmanuel Macron – aus dem meine Autokorrektur immer „Micron“ macht – Donald Trump erzieht und versucht, Frankreich damit imagemäßig voranzutreiben.

Marina Meister in einem tatsächlich eleganten Artikel für die WELT:

Le grand jeux nennen das die Franzosen, wenn alle Register gezogen und keine Mühe gescheut wird. Der deutsche Volksmund sagt dazu: Zuckerbrot und Peitsche, die Psychologen Double-Bind. Wie auch immer man es nennen will, es ist die große Kunst der Verführung: Trump trifft auf Jupiter.

Macron, der Jupiter, schüchtert mich mittlerweile auch ein wenig ein. Er ist logischerweise immer noch besser als Le Pen – aber, wie Meister korrekt erkennt, auch immer noch ein Mann mit einem enormen Ego, der Ziele hat, die nicht jedem gefallen. Zum Beispiel, um das wahnwitzigste zu nennen, eine europäische Armee.

Was ihn, perfide aber wahr, Trump sehr ähnlich macht:

So unterschiedlich man Macron und Trump, ja Frankreich und die Vereinigten Staaten finden mag, eines teilen sie: ein überbordendes Selbstvertrauen. Amerika und Frankreich haben nie aufgehört, sich als Großmächte der Alten Welt zu fühlen. Diese Rolle will Macron für Frankreich jetzt ins 21. Jahrhundert hinüberretten.

So weit so legitim. Nur müssen wir glaube ich alle beim Blick nach Westen aufpassen, dass dort ein ganz bestimmter, halbwegs junger Mann nicht der Hybris verfällt.

Fürs Herbstprogramm: Der Manifest Verlag sucht Unterstützung 

Ich habe vor ein paar Monaten bereits einmal über den Manifest Verlag berichtet. Auch ein Buch aus dem Programm habe ich besprochen. Nun steht das Herbstprogramm an. 

Eines der Highlights soll dabei das Buch „Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen Kapitals“ von Roman Rosdolsky sein, das eines der klassischen Werke der Marxrezeption ist. 

Damit es dazu kommt, braucht der Verlag aber noch ein wenig Starthilfe. Für ein umfangreiches Herbstprogramm können Theorieinteressierte und Revolutionäre gleichermaßen hier spenden. Zur Belohnung gibt es vielerlei Dinge, von Jutebeuteln bis hin zu Bücherpaketen. Macht mit!

Lyrik/Barriere #3: Karoline von Günderrode – „Der Adept“

Wissen und Weisheit – sie zählen nicht, das ist schwierig zu begreifen. Beweisen kann das jemand, dessen Dichtung das Unbekannte darum herum so einfach fasst, wie Karoline von Günderrode. Weiterlesen „Lyrik/Barriere #3: Karoline von Günderrode – „Der Adept““