Die Leseliste 2018: Eine Einführung

Nach einigen Monaten der Überlegung habe ich, so glaube ich zumindest, eine neue Sprache gefunden, für neue „Worte des Widerstands“.

Obwohl er mir oft auch abgeschmackt und pathetisch vorkommt, kann ich es nicht anders sagen: Der Titel für dieses Projekt ist sehr gut gelungen.

Das ist mir wieder klargeworden, als ich einige Zeit darüber nachgedacht habe, was ich mit diesem Blog im Jahr 2018 anfangen will. Öffentliches, tägliches politisches Engagement kam nicht mehr infrage, nicht weil ich glaube, dass 2017 alle großen politischen Probleme gelöst wurden, sondern vielmehr weil ich über den Umweg des letzten Jahres zu meiner alten Ansicht zurückgekehrt bin, dass ich als das, was ich bin, keine Lösungen für diese Probleme zu bieten habe.

War das aber Anfang letzten Jahres noch ein mich anstachelnder und auch frustrierender Dorn im Auge, so habe ich 2017 durch diesen Blog diesbezüglich dazugelernt: dieser Charakterzug ist, wie so vieles, nicht nur tragisch, sondern auch ein Glücksfall.

Ich wusste: Ich bin kein Typ für besonnene Selbsterkenntnis. Ich bin unstet und höre oft auf, für Dinge zu brennen und entzünde mich später wieder an ihnen. Ich habe aber gemerkt, dass ich auch nicht unfähig zur Selbstdisziplin bin, etwas, das ich lange Zeit für wahr hingenommen habe. Die Kraft, acht oder neun Monate lang jeden Tag diese Webseite zu bespielen und sei es auch nur mit den geringsten Gedanken, hat mich an das Gegenteil glauben lassen. Und ich habe jetzt darin eine Quelle gefunden, aus der ich für eine neue Runde „Worte des Widerstands“ Kraft schöpfen kann.

Dieser Widerstand richtet sich auf eine beherrschende Gewohnheit meines Lebens: Alles und jedes anzufangen, was mich im Augenblick fasziniert. Ich will diese Gewohnheit nicht bekämpfen, aber doch etwas besser steuern lernen.

Dafür habe ich mir vergangene Woche eine Leseliste erstellt, von der ich vorgestern auch schon sprach.

Diese Liste hat zweierlei Zweck: Sie ist ein brutales Bildungsprogramm der Literatur- und Philosophiegeschichte, bestehend aus Texten, die man wirklich mal gelesen haben sollte (gerade als Literaturwissenschaftler) und sie ist Disziplinarmaßnahme meiner sprunghaften Lektüre.

Meinen Weg durch diese Liste möchte ich 2018 – denn bis zum Ende des Jahres will ich sie spätestens durchhaben – hier teilen. Das soll auch im Sinne einer wie auch immer gearteten Allgemeinheit sein: Jedes Buch werde ich mit einem mehr oder weniger ausführlichen Text bedenken, der in das Buch einführen und Gedankenanstöße liefern soll.

Damit Interessierte jetzt schon sehen können, was auf sie zukommt, habe ich die Leseliste als Unterseite veröffentlicht. Dort wird zu sehen sein, wie viele Bücher ich von ihr bereits durchgearbeitet genossen habe und auf die einzelnen Beiträge verlinkt werden.

Die alte Leseliste „Paradigmen des Widerstands“ und auch mein altes Manifest archiviere ich öffentlich, die Links sind also noch gültig. Sie sollen davon zeugen, wie ich von meiner Politisierung abgerückt bin in Richtung einer neuer „Literatisierung“ oder „Philosophisierung“. Irgendwo, das ist klar, ist das neue Programm von „Worte des Widerstands“ aber immer noch politisch: eben spezifisch bildungspolitisch, mit politischem Hintergrund.

1 Kommentar zu „Die Leseliste 2018: Eine Einführung“

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