Denk ich an Poesi in der Nacht…

Nach fünf Uhr füllen sich die Autobahnen rapide mit PKW. Gerade reiste Montabaur vorbei. Poesi und ich sind auf dem Weg zur Buchmesse. 

Ich habe den Hunger und das Adrenalin der letzten Tage offenbar gesammelt und nicht verbraucht. Hellwach frage ich mich ob die letzten Wochen ein Rausch oder ein Wahnsinn oder bloß überfüllt und kurz vorm Platzen waren. 

Alle Schemen kommen einem bekannt vor. Alles scheint schon einmal da gewesen zu sein, zumindest soll das so schon mal gesagt worden sein. 

Poesi, meine seltsame Muse, ist geschminkt und zeigt sich gerade so altmodisch. 

Es hat mit ihr alles etwas Ironisches: nicht Einschlafen zu können vor Aufregung, die Entscheidung zwischen einem übertrieben mächtigen Frühstück oder einem Croissant plus schwarzem Kaffee oder dass ich mit einem Smartphone als Advokat für Brockes, Blass, Benn, Borchers und Brant auftrete. 

Hinter mir wird geschnarcht und niemand hier kennt meine Begleitung. Das beruhigt. Ich warte noch eine Stunde, um schläfrig zu werden und dann wird der Bus am Bahnhof anhalten, die Mengen zurückbringend, die uns auf die Tatsachen zurückholen: Die Schwerkraft, die Zeit, die Mödigkeit. Und die Einsamkeit der Dichtkunst. 

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