Rivarol und Widerstand

Heute einige Betrachtungen über vier zufällige Sätze von Antoine de Rivarol.

Ich dachte ich zwinge mich mal zu einer Übung, die meinen Geist flexibel halten soll. Es folgen vier Kommentare zu vier Aphorismen von Antoine de Rivarol, zitiert aus „Vom Menschen“:

Man besitzt Vermögen ohne Glück, wie man Frauen ohne Liebe besitzt.

Man besitzt Frauen nicht. Außerdem besitzt man Vermögen nicht, solange man damit nicht etwas macht, das heißt, es hergibt. Dann hat man es zwar lange genug besessen, könnte aber endlich glücklich werden.

Ist es nicht bemerkenswert, dass man einen Gegenstand desto weniger definieren kann, je einfacher er ist?

Ja, das ist bemerkenswert – auch weil es nicht anders möglich ist, als derart abstrakt den Begriff „Gegenstand“ zu definieren und zum Schluss zu kommen, dass er das Einfachste, weil Notwendigste von der Welt ist. Ohne Gegenstand ist nichts bemerkenswert, weil gar nichts da wäre. Und das ist wiederum so einfach, dass Nichts es definieren kann.

Die Natur wollte, dass das Genie seine Ideen mit Freuden verbreitete, und darum gibt es keine Entschuldigung für die Regierungen.

Blendende Satire, gerade weil die Regierung niemals natürlich ist.

Der Pöbel glaubt, die Freiheit besser zu erreichen, wenn er die der anderen beeinträchtigt.

Glaube ist Privatsache. Wenn der Pöbel auf Grund eines Glaubens beeinträchtigen sollte, gibt’s Ärger. Etwas anderes wäre es, wenn es auf Grund der vorherrschenden Meinung seiner schieren Masse täte. Dann wäre nicht Ärger, sondern Widerstand vonnöten.

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