Scaramucchi und ein Gedicht

Es gibt da ein Gedicht von Matthias Claudius über den Menschen – und dann auch eben so Leute wie Anthony Scaramucci.

Ein Mann, bei dessen Aktionen ich tatsächlich gedacht habe, dass ich bald auch nur noch über das Weiße Haus schreiben will, war tatsächlich zu viel für die Regierung Donald Trumps.

Nach zehn Tagen bereits gefeuert zu werden, das klingt für mich erst peinlich, dann aber vor allem nach der Müßigkeit menschlichen Strebens. Zu mehr taugt dieser Mann auch einfach nicht, als zu aus dem Kontext gerissener Kontemplation der Vergänglichkeit.

Dazu jetzt, am Abend, ein passendes Gedicht von Matthias Claudius:

Der Mensch

Empfangen und genähret
Vom Weibe wunderbar
Kömmt er und sieht und höret
Und nimmt des Trugs nicht wahr;
Gelüstet und begehret
Und bringt sein Tränlein dar;
Verachtet und verehret,
Hat Freude und Gefahr;
Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,
Hält nichts und alles wahr,
Erbauet und zerstöret;
Und quält sich immerdar;
Schläft, wachet, wächst und zehret;
Trägt braun und graues Haar etc.
Und alles dieses währet,
Wenn’s hoch kommt, achtzig Jahr.
Denn legt er sich zu seinen Vätern nieder,
Und er kömmt nimmer wieder.

*

Zehn Tage statt 80 Jahre – und alles andere, wovon hier geredet wird, unvorstellbar gemacht – und Claudius’ Text könnte Anthony Scaramucci als Menschen und nicht als bloße Karikatur eines Medienereignisses erscheinen lassen.

…. :

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