Chronik-Pestilenz

Ein kurzer Kommentar zum Thema „Filterblase“ (einem Wort, das ich bereits vor dem Mini-Experiment, von dem ich kurz berichten will, gehasst habe).

Kurz eingeleitet: Ich habe Breitbart News auf Facebook abonniert. Ich wollte wissen, was das mit meiner Nachrichteninformationslage macht.

Macht das mal. Ihr kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Es ist absolut grauenhaft. Diese Seite betreibt faschistische, eindimensionale Propaganda vom allerfeinsten – und zugleich allerplumpsten.

Das Ergebnis des Experiments war für mich daher auch ganz schnell klar: Filterblasen – und damit habe ich dieses Wort das vorletzte Mal genutzt – sind gut. Denn sie schaffen etwas, das „außerhalb“ ihrer nicht erstrebenswert ist: Stabilität.

Stabilität, das ist nicht dasselbe wie Konstanz oder Beharrlichkeit oder gar Konservieren. Stabilität ist ein Grundmerkmal des Menschlichen.  Stabilität ist der Pol, der den Leidenschaften überhaupt erlaubt, aus sich herauszugehen. Essenz des Lebendigen.

Wenn alles zerstört werden soll – und das scheint das Ziel von Breitbart zu sein – wird Stillstand folgen. Es ist dasselbe Phänomen wie beim Nachdenken über das Ende von Trumps Amtszeit: Nach dem Absoluten (hier der Zerstörung, dort des Endes einer Ära) steht nichts.

Filterblasen nicht zu akzeptieren und zu denken, man müsse „aus ihnen heraustreten“ ist der erste Schritt zu einem destruktiven Nihilismus. Und der hat auch keine Vorbilder: Denn Nietzsche, Lenin und wen sonst Leute wie Steve Bannon als Gralshüter nennen, hatten konstruktive Visionen. Das Aufbauen eines Feindbildes, wie es Breitbart universal betreibt, ist keine Vision.

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