Kritik in der Endlosschleife: Donald Trump und die Presse

Donald Trump hat die Dialektik in die Politik zurückgebracht.

Wenn ich Hegel halbwegs richtig verstanden habe, ist Dialektik eine Bewegung auf ein Ziel hin: das Absolute. Es besteht also eine Idee von etwas, dass erreicht werden muss – und alles an dieser Idee ist vollständig, umfassend – und auch gut.

Weil ich nun glaube, dass die Politik Donald Trumps und das damit zusammenhängende öffentliche Auftreten eine solche Bewegung in Richtung Absolutheit wieder hervorgebracht hat, will ich heute kurz mein Gelübde brechen, nicht über diesen Mann zu schreiben.

Meine These bezieht sich aber auch weniger auf Trump selbst, sondern auf das, was die nicht aufhörende Produktion von Skandalen durch ihn selbst und durch sein Umfeld mit der (amerikanischen) Presse und auch Satire-Szene macht.

Denn nach jetzt sechs Monaten sind die an einem Punkt angekommen, an dem Hinweise darauf, dass eigentlich ja nur ein Trump-Fauxpas dem nächsten folgt, endgültig abebben. Die Menschen haben sie vielmehr resolut und ohne mehr als rhetorisch zu murren darauf eingestellt, permanent Kontra zu geben.

Und das ist das, was ich mit Dialektik meine. Auf jede These Trumps folgt derzeit eine mindestens gleichwertige Antithese. Der dritte Schritt, die Synthese, vollzieht sich zwar nicht immer gleichermaßen deutlich – aber zumindest auf der Presse-Seite glaube ich dennoch, dass sie es tatsächlich jedes Mal tut: in der Motivation für die nächste Antithese.

Und so politisiert Donald Trump: Seine Negativität regt die Presse an, Negativität an ihm zu kritisieren – und diese eigentlich doppelt negative Kritik ins Positive zu wenden.

Klingt einfach, banal. Wird aber spannend mit der finalen Frage:

Was wäre dann das Absolute?

Logischerweise das Ende seiner Amtszeit.

Aber genauso logisch ist es deshalb, dass sich bislang niemand ernsthaft etwas vorstellen kann, was nach diesem Ende passiert. Denn ein Dahinter, ein Danach, ein Weiterhin ist in der Definition des Absoluten nicht vorgesehen.

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