G20-Ratlosigkeit

Morgen beginnt der G20 Gipfel. Ich habe keine Möglichkeit, ihn zu verstehen.

Ich habe den ganzen Tag immer wieder Nachrichtenseiten aufgerufen, Erklär-Videos gesehen, Livestreams gestartet – sogar ein GIF von Justin Trudeau angesehen, der gemeinsam mit seiner Frau seinen Sohn die Treppen der kanadischen Maschine hinunterfliegen lässt.

Aber trotzdem habe ich kein Verhältnis zum G20 Gipfel aufbauen können. Das ist ziemlich frustrierend.

Das heißt nicht, dass ich der Veranstaltung gegenüber unkritisch bin. Es heißt, dass ich in der Kritik keinen rechten Sinn zu finden vermag.

„Große Politik“ ist das, „Weltpolitik“. Das ist das, wenn der Einzelne wirklich nicht mehr Teil hat. Und ich glaube: Das führt zu Gewalt – polizeilich wie linksautonom – und gleichermaßen zu rechtem Ressentiment.

Ich fühle mich nicht nur nicht angesprochen. Ich fühle mich nicht wahrgenommen.

Ich fühle außerdem, dass auch die Mitgliedstaaten untereinander sich nicht wirklich wahrnehmen. Der G20 Gipfel erscheint mir in meiner Ratlosigkeit wie drei Tage blindes Tanzen auf lautlosem Parkett mit einem Publikum, das nur auf seine Smartphones blickt, aber dem tatsächlichen Geschehen keine Aufmerksamkeit schenkt – weil das nicht möglich ist.

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1 Kommentar zu „G20-Ratlosigkeit“

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