Beharren

„Entstehen und Vergehen sind nicht Veränderungen desjenigen, was entsteht oder vergeht. Veränderung ist eine Art zu existieren, welche auf eine andere Art, zu existieren eben desselben Gegenstandes erfolget. Daher ist alles, was sich verändert, bleibend, und nur sein Zustand wechselt.“ – Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, S. 224 (Erste Analogie der Erfahrung)

So ist es in der Tat möglich, schon fast nicht anders möglich, auf einen Standpunkt zu beharren und dennoch zu verändern, womöglich weiterzuentwickeln.

Mir ist es möglich, auf einem Baumstamm im Wald zu sitzen und mein Zustand wechselt sich, indem ich mal rieche und dann Tannenzapfengeruch genieße, mal das Licht auf dem Weg betrachte und ihn Schattenspiel nenne, mal meine Konzentration der Wahrnehmung auf meine Ohrläppchen richte und weiß, dass ich gleich den Wind spüre.

Einem Blogprojekt, denn darauf kann ich diese Worte, diese Überlegungen an diesem schon traditionell nachdenklichen Samstag richten – einem solchen Projekt ist es genauso möglich, von allem versuchen zu reden und durch die Art und Weise zu versuchen, die Welt zu verstehen, eine Haltung auszudrücken, die sich zugleich immer wieder verändert.

So wird das Unveränderliche, das eigene Vermögen zu denken, produktiv gemacht. Weil sich alles verändert, um weiter zu existieren, gibt es einen unerschöpflichen Quell dessen, was einzig Wert schafft: Handeln.

1 Kommentar zu „Beharren“

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