Weiter Schreiben: Erzählen von Krieg und Krise, gemeinsam und frei

Arbeitslosigkeit: Ein Problem, das in krisengebeutelten Regionen wenn nicht irrelevant, doch angesichts der existenziellen Bedrohung durch Bombenangriffe, Naturkatastrophen, Bürgerkriege doch eher zweitrangig nach der Sicherung des eigenen Lebens steht. Was aber, wenn diese beiden Dinge existenziell zusammenhängen, etwa bei Künstlern, wie es Schriftsteller sind?

Weiterschreiben-projekt

Auf diesen Umstand macht das Projekt „Weiter Schreiben“ des Vereins „Wir machen das“ und dem Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung aufmerksam – und arbeitet als Online-Literaturportal für Texte mundtot gewordener AutorenInnen, vor allem syrischer sowie Sinti und Roma, zugleich gegen ihn an.

Dazu wurden neben den fraglichen ausländischen SchriftstellerInnen auch deutsche „Pendants“ mit ins Boot geholt, etwa Monika Rinck, Nora Bossong oder der ehemalige Hanser-Verleger Michael Krüger. In Zweierpaaren soll zwischen ihnen und den fremdsprachigen Kollegen ein Kontakt entstehen.

Mit einer Eröffnungsveranstaltung in Berlin startet das Projekt am 18. Mai in Berlin offiziell. Aber bereits vorher können auf der Webseite weiterschreiben.jetzt erste Texte und weitere Informationen zum Verlauf eingesehen werden. Bis Ende des Jahres soll das Portal 40 literarische Texte aufweisen.

Bereits der erste, den ich gelesen habe, hat mich dabei schon sehr beeindruckt. Es ist eine Art literarische Reflexion über die Kämpfe in Damaskus aus der Feder der anonym bleibenden Schriftstellerin Salma Salem, übersetzt von Kerstin Wilsch. Sie verhandelt vieles, doch was am Eindrücklichsten bleibt, sind die Hoffnung und der Tod.

Wie überall, wo SchriftstellerInnen frei sind und arbeiten dürfen, wie sie es zum Überleben und damit Schaffen nötig haben.

Wir sehen den Tod als eine Herausforderung an, aber in Wirklichkeit träumen wir von einem friedlichen Tod und einem Grab ohne Qualen inmitten eines Landes, das wir metaphorisch „Heimat“ nennen.

(via Buchmarkt)

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