Die Frage nach der Hybris: Hochmut, Macht und Politik

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Was macht Macht mit dem Menschen? Der Volksmund sagt: Sie macht ihn überheblich, selbstverliebt, abgehoben. Der Daedalus Trust – benannt nach dem hochmütigen Erfinder, der in der griechischen Mythologie seinem Sohn Ikarus aus Überheblichkeit einen tödlich endenden Auftrag erteilt – will eine fundierte, produktive Debatte zu diesem Thema fördern.

Prominenteste Figur der Vereinigung ist wohl Lord David Owen, britischer Labour-Politiker, ehemaliger Außenminister, studierter Mediziner und Brexit-Befürworter. Mit einem Aufsatz aus seiner Feder, der 2009 erschien, legte dieser ein inoffizielles Gründungsdokument des Verbundes vor, welches die Existenz eines psychologischen Zustands postuliert, den Owen das Hubris Syndrom – deutsch „Hybris-Syndrom“ – bezeichnet.

Es trete bei Personen mit Machteinfluss auf, ganz gleich wie groß dieser Einfluss quantitativ und qualitativ ist. 14 Merkmale würden auf eine Manifestation hindeuten, darunter die Tendenz zur Selbstverherrlichung, ein übergroßes Bewusstsein über das eigene Image, übertriebenes Selbstbewusstsein, Isolation oder Impulsivität im Handeln.

Jeder dürfte bei diesen Eigenschaften durchaus an bestimmte Personen aus dem Alltag, weltpolitisch wohl derzeit an eine ganz konkrete denken. Weshalb der New Yorker sich dieses Themas vor drei Tagen auch in Bezug auf den US-Präsidenten angenommen hat.

Neben dem dort erschienenen Artikel von Evan Osnos eignet sich zusätzlich der YouTube-Kanal des Projekts als Einführungsort in die breit geführte Debatte zum Thema.

Letzterer beinhaltet vor allem Videos zweier Konferenzen, die 2013 und 2014 mit dem Daedalus Trust zusammen organisiert wurden und bei denen Hybris auf politischer, geschichtlicher, neurologischer wie wirtschaftlicher Ebene auf den Tagesordnungen stand.

Owen selbst war selbstverständlich auch dabei, mit folgendem Vortrag, in dem er die politischen Entscheidungen Franklin D. Roosevelts und George W. Bush kritisch beleuchtet und fragt, wann und in welchem Grad sie während ihrer Amtszeiten Hybris entwickelt haben und wie sich diese gezeigt hat.

Eine wertvolle Perspektive auf Weltpolitik tut sich da auf, wie ich finde:

1 Kommentar zu „Die Frage nach der Hybris: Hochmut, Macht und Politik“

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