Dossier: Meine Woche vom 20. bis zum 26. März 2017

Sieben Tage, sieben Nächte. Einige Links.

Politik

  • Ein Beispiel für die Wirksamkeit von investigativem Journalismus kommt in dieser Woche direkt aus meiner Heimatstadt. In Gelsenkirchen versuchte Daniel Schraven vom Online-Portal Correctiv herauszufinden, ob die dortige Gelsenwasser AG Wahlkampf-Blogs finanziert hat. Die Weigerung von Gelsenwasser, derartige Infos herauszugeben, wurde vom BGH gekippt -> Link
  • Ein mit vielen Zitaten ausgestattetes, nur zum Teil linksideologisch rufendes Portrait aus der Jungen Welt stellt einen der philosophischen Köpfe, Marc Jongen, vor -> Link
  • Außerdem wählt heute das Saarland. Alle wichtigen Infos zum dortigen Landtag im Vergleich zu den anderen findet Ihr hier -> Link

Gesellschaft

  • Die Firma Henley & Partners erstellt jährlich ein Ranking über den machtvollsten, das heißt flexibelsten Pass der Welt. Im fünften Jahr in Folge gewann der deutsche Pass als derjenige, mit denen am meisten Länder der Welt ohne Visum besucht werden können, nämlich 176 von 218 -> Link

Spendenhinweis der Woche

  • In der letzten Woche habe ich bereits über den Berliner Manifest Verlag berichtet. Dessen Trägerorganisation ist die SAV, ein trotzkistisch orientiertes Bündnis, das sich als linker, revolutionärer Flügel der Linken versteht. Wer die Publikationsoffensive des Manifest Verlags und darüber hinaus regelmäßige Demos gegen kapitalistische Ungerechtigkeit unterstützen will, kann das finanziell hier tun -> Link

Kunst/Kultur

  • Samstag vor einer Woche gedachte das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, bei dem ich auch mal gearbeitet habe, dem letztes Jahr an Leukämie verstorbenen Balletttänzer Joseph Bunn. Ich habe ihn 2013 auch einmal dort erlebt. -> Link
  • Wolfgang Voigt alias GAS bringt nach 17 Jahren ein neues Album raus. Seine Musik zu kennen, lohnt sich -> Link

Weiß-Projekt, Statement 5: "Jede Philosophie wird in ihrem Inhalt und in ihrer Methode von den Klassenkämpfen ihrer Zeit bestimmt." So steht es in dem oben verlinkten Artikel zu Marc Jongen. So links ich auch bin, dem kann ich nicht zustimmen. Es ist nicht der Akt des Philosophierens selber, sondern das endgültig niedergeschriebene Ergebnis, das in seinem Ausdruck und seiner Wirkung von den Klassenkämpfen bestimmt wird. Der Akt des Denkens ist ein natürlicher Automatismus, der höchsten indirekt durch Klassenkampf, etwa wegen Hunger, der durch soziale Ungerechtigkeit entsteht, beeinflusst werden – aber niemals bestimmt. Das Denken an sich lässt sich nicht bestimmen.

2 Kommentare zu „Dossier: Meine Woche vom 20. bis zum 26. März 2017“

  1. Marc Jongen ist also nach Steve Bannon der nächste, der Militarisierung und Krieg (unterschwellig) als Heilmittel ausgibt und damit Zustimmung bei seinem Publikum erntet. Das ist mir unbegreiflich!

    1. Ich finde es dabei am härtesten zu begreifen, dass die Perfidie, mit der jeder derartige Philosophie-Interpret die Vorstellung eines Niedergangs für seine eigene Agenda nutzbar macht, eigentlich keine Grenzen hat. Bannon spricht von Chaos als Reinigung, Jongen von Leiden und Gewalt als Stärkung des Zusammenhaltes. Die Metapher vom „Untergang des Abendlandes“ ist multiperspektivisch und kann auf jeden Teil der Gesellschaft gerichtet werden, wenn nötig. Das führt glaube ich erst Recht zu der breiten Zustimmung, von der du so (zurecht) schockiert bist.

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