remarx: Gespräch mit Wolfgang Fritz Haug

remarx-wfh

Ich habe eine alte Internetseite mit einem unheimlich aktuellen Interview ausgekramt

Es wurde geführt mit dem Autor des einflussreichen Buches „Kritik der Warenästhetik“ – Wolfgang Fritz Haug – und ist thematisch unheimlich breit gefächert.

Wer heute noch nach anregendem Lesestoff sucht, findet ihn hier. Außerdem gibt es auf der Seite, die vor rund 10 Jahren entstand auch weitere Interviews, darunter mit Michael Hardt, Zizek, Jonathan Meese und Peter Bürger.

Da sich Haug sehr um das Werk Antonio Gramscis bemüht, wird sein Name hier bestimmt noch häufiger fallen. Außerdem ist eine Art Motto von ihm etwas, dem auch dieses Projekt hier verpflichtet ist:

Inzwischen gibt es für mich nichts Leidenschaftlicheres als den Zusammenhang herauszufinden.

Zum Einstieg in seine Arbeit und seine Art, die Welt zu sehen, dieses Interview zu lesen, ist ein Glücksfall, denn es ist gespickt mit unfassbar wahren Sätzen. Zum Beispiel diese:

Keine Nation, auch nicht alle Nationen zusammen, geschweige denn ein Privateigentümer, haben das Recht, ein Stück der Erdoberfläche, die Luft, das Wasser, als ihr Privateigentum zu behandeln. Sie sind nur die momentanen Besitzer und haben die Pflicht, diese Daseinsbedingungen den kommenden Generationen verbessert zu hinterlassen. Weiter kann man nicht gehen.

So einfach.

 

Oder das:

[J]eder Wissenschaftler muss eine gewisse handwerkliche Präzision im Umgang mit seinen Denkwerkzeugen verteidigen. Wenn jemand sagt, du kannst ein Mikroskop nehmen und einem anderen damit den Schädel einschlagen, dann würde ein Biologe einwenden, dass das nicht der adäquate Gebrauch für ein Mikroskop sei.

Oder das:

Wann immer man den Konsum schlägt, schlägt man den Sack, man müsste aber den Esel schlagen, der den Sack trägt. Das Wort hinterm Konsum ist Kauf, das Wort hinterm Kauf ist Verkauf und das Wort hinterm Verkauf ist Profit. So sind die Dinge verkettet. Deswegen sollte man nicht den Konsum schlagen. Vielmehr sollte man Sätze kritisch unter die Lupe nehmen, die das alles so darstellen, als gäbe es ein Gebot, wir sollen konsumieren.

Soviel Wahrheit, kaum zu ertragen.

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