Publikationsfreiheit.de: Petition für eine freie Bildungsrepublik

Zu einem demokratische Bildungssystem gehört auch, dass jeder Autor eines Werks entscheiden darf, wo seine Werke publiziert werden und wo nicht. Deutsche Wissenschaftler und Verlag sehen dieses Grundrechte zurzeit in Gefahr.

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Dass digitale Medien schädigend für Printprodukte sind, ist 2017 im Grunde Binsenweisheit. Was aber nicht heißt, dass keine neuen Probleme in dieser Richtung entstehen – im Gegenteil.

Neue Gesetze zur digitalen Verbreitung von Fachbüchern sorgen derzeit im Wissenschaftsbetrieb für Furore.

Weshalb auf Initiative von Matthias Ulmer, Verleger des Ulmer Verlags, eine Webseite mit Petitionsfunktion erstellt wurde: Publikationsfreiheit.de

Vittorio E. Klostermann, Verlagsleiter des von mir sehr geschätzten Verlags Vittorio Klostermann, bringt die Probleme, auf die die Petition aufmerksam machen will, in einem knappen Kommentar auf der Online-Präsenz des Börsenblatts des Deutschen Buchhandels auf den Punkt:

Die Universitäten sollen alle Bücher — oder zumindest deren wesentliche Teile —  in ihren Netzen verbreiten dürfen, ohne dass die Verlage eine Entschädigung für ihre Arbeit und für den entgangenen Umsatz erhalten. Und dafür müssen die Universitätsbibliotheken in vielen Fällen nicht einmal ein einziges Exemplar des Werks kaufen […].

Damit aber nicht genug:

Der Gesetzentwurf schreibt zwar vor, dass solche Nutzungen über die VG Wort zu vergüten sind. Dass aber die Verlage davon nichts bekommen sollen, hat der Europäische Gerichtshof kürzlich entschieden. Und auch die Autoren werden nur pauschal mit einer geringen Summe bedacht; im Gespräch sind selbst bei Nutzungen, die Buchverkäufe vollständig substituieren, nicht mehr als 0,8 Cent pro Nutzer pro Druckseite.

Für Fachliteratur ist das ziemlich wenig – gerade weil sie sowieso nur von Universitätsbibliotheken gekauft wird.

Anstelle also digitale Verbreitungsmöglichkeiten offen zu halten und zugleich das gedruckte Buch zu unterstützen, setzt das neue Gesetz radikal auf egalitäre, weil kostenlose Verbreitung der Inhalte in Bildungsinstitutionen.

Nur schränkt das eben die Grundrechte von Autoren über ihren Publikationsort ein und bringt reine Wissenschaftsverlage in extreme finanzielle Probleme.

Über alle aktuellen Gesetzeslagen und daraus entstehenden Konflikte weist Publikationsfreiheit.de hin – weshalb es sich in jedem Fall lohnt, vorbeizuschauen, ganz gleich ob mit der Absicht zu unterzeichnen, oder nicht.

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