Was Twitter erzählt: Eine Reise ans Ende der Nacht (31.1.17)

Ich habe nicht gut geschlafen. Diese Tweets erzählen, wieso.

Sally Yates ist als von Obama 2015 eingestellte gerichtliche Beraterin („Attorney General“) bis zuletzt für ruhige Nächte für alle eingestanden.

Dann hat der neue Präsident sie gefeuert. Sie habe seine Befehle hintergangen.

In Wirklichkeit – der un-alternativen – hat sie den Grenzbeamten der US-Flughäfen geraten, sich an die mehrfach bestätigte Aufhebung des #MuslimBan für an Flughäfen internierte Einreisende zu halten und sie freizulassen.

Die wollen nämlich auch wieder in ihrem amerikanischen Bett schlafen und nicht neben der Zollbehörde.

Patriotisch und konstitutionell korrekt gehandelt also. Da finden sogar Linke die Ehre als Argument wieder.

Die Unpolitischen werden aktiv…

Die Ironiker sind auch nicht weit –

– ebenso wie die witty intellectuals:

Nur die Demokraten sind still. Hillary Clinton und Barack Obama haben zwar je einen Tweet bzw. ein Statement rausgehauen, lecken sich aber offenbar noch irgendwelche Wunden.

Nur einer – ein Gallier? (dürfen die eigentlich noch ins Imperium einwandern?) – mischt täglich mit:

(Stephen K. Bannon ist eigentlich ein Thema für sich. Dafür brauche ich noch etwas Zeit.)

Doch ganz gleich ob er das zentrale Problem ist oder nicht, mobilization ist das für viele keineswegs:

Das steht drin:

Whenever the Vice President and a majority of either the principal officers of the executive departments or of such other body as Congress may by law provide, transmit to the President pro tempore of the Senate and the Speaker of the House of Representatives their written declaration that the President is unable to discharge the powers and duties of his office, the Vice President shall immediately assume the powers and duties of the office as Acting President.

Doch über das Weiße Haus ließ sich die Rechtsabteilung für derartige Anfragen nicht mehr erreichen. Das wurde nach Protesten jetzt wieder geändert.

Trotzdem ist es leider Faschismus. Für den der Präsident eigentlich aus dem Amt gehoben werden sollte. Auch wenn er ein L.G.B.T.Q.-Recht Obamas beibehalten will.

Denn es wurde seit Nixon kein Attorney General mehr gefeuert.

An dessen Paranoia sollte sich sogar so mancher eher bewusst ein Beispiel nehmen, scheint es fast.

Sechs Tweets des vorbildlichen Glenn Fleishman fassen das Krude dieser Tage zusammen – mit den passenden historischen Vergleichen und dennoch Optimismus:

Und ich mache mir jetzt einen Kaffee. Wird schon nicht der letzte sein.

Meine Lektüre für heute: Hannah Arendt. Nicht Thomas Mann.

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